Das PEKiP-ABC

 

Das PEKiP-ABC nach Susanne Horlacher, bearbeitet und ergänzt von Cornelia Himmeröder

 

In PEKiP-Kursen für Eltern mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr wollen wir die Entwicklung des eigenen Kindes beobachten und ganz individuell, unter Berücksichtigung der momentanen Bedürfnisse und Vorlieben, die geeigneten Spielanregungen herausfinden.

J. Koch: „Es geht darum, Eltern zu befähigen, die Kinder in ihrer Gesamtheit zu entfalten: Ihre Sinne, ihr Spielverhalten, ihr Denken, ihr Sprechen, ihre Gefühle, ihre Verhaltensweisen, das Sammeln von Lebenserfahrungen und vieles mehr!“

Bei den Gruppentreffen befinden sich die Kinder nackt auf einer Unterlage in einem gut beheizten Raum, so dass sie größtmögliche räumliche und bewegungsmäßige Freiheit haben. Ihre Lust an der Bewegung kann so bestens unterstützt werden.

Die vielfältigen Kontakte in der Gruppe ermöglichen voneinander und miteinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen, wichtige Themen und Probleme zu besprechen, sich Informationen zu holen und nicht zuletzt Spaß miteinander zu haben.

 

Aufnehmen und Ablegen des Babys geschieht immer über die Seite, da es dabei selbst aktiv werden kann.

Ausbildung zur PEKiP-Gruppenleiterin ist unerlässlich, um diese Gruppen zu leiten

Abmeldung bei der Gruppenleiterin, wenn ihr verhindert sein solltet, ist erforderlich!

Beobachten, um die Vorlieben des Babys herauszufinden, Bewegung ist ein Grundbedürfnis jedes Babys und findet im nackten Zustand am heftigsten statt. Bewegungen, die dem individuellen Entwicklungsstandes des Babys entsprechen, wollen wir unterstützen.

Charmantes Babylachen und Flirten genießen wir!

Durst und Hunger können während der Gruppenstunde nach Bedarf gestillt werden. Decke und Handtuch sind wichtige Utensilien für die Gruppentreffen.

Erziehung soll nicht die Beschleunigung von Entwicklung sein, sondern vielseitiges Ausnützen aller Möglichkeiten

Fähigkeiten, die vorhanden sind oder neu erworben werden, wollen wir unterstützen. Freude soll uns die ungestörte Beschäftigung mit dem Baby machen. Fragen dürfen zu allen Bereichen und jederzeit gestellt werden

Gesichter sind für Babys bis zum 4. Monat reizvoller als Spielzeug. Gruppen sollten aus maximal acht teilnehmenden Mutter-Kind-Paaren bestehen. Gespräche und Austausch untereinander sind ein Bestandteil des PEKiP. Geschichte des PEKiP beginnt mit Untersuchungen des Prager Psychologen Dr. Jaroslav Koch in den 60ger Jahren, auf denen die Psychologin Dr. Christa Ruppelt mit ihrem Mann Hans Ruppelt zwischen 1972 und 1977 ein gruppenpädagogisches Programm aufgebaut haben. Seit 1988 gibt es den eingetragenen PEKiP-Verein und seit 1992 den patentrechtlichen Schutz auf den Namen PEKiP.

Halte- und Tragegriffe werden im PEKiP immer so angesetzt, dass das Baby sich frei und aktiv bewegen kann.

Interesse für die anderen PEKiP-Teilnehmerinnen, deren Schwierigkeiten, Lösungsvorschläge und Erfahrungen stärken das Gemeinschaftsgefühl.

Jede Frage oder Unstimmigkeit bitte zur Sprache bringen, damit sie geklärt werden kann.

Kontakte von Mutter und Kind zu intensivieren und von Mutter zu Mutter aufzubauen, ist ein Bestandteil des PEKiP

Kleidung zum Wechseln und bequeme, leichte Kleidung für die Gruppenstunden sind bei Bedarf mitzubringen.

Loben sollten wir nicht nur eine gelungene Aktion des Babys, sondern schon die erkennbare Absicht, etwas zu tun. Lachen ist gesund! Lieder und Reime gehören nur dann zum PEKiP, wenn sie die Entwicklung und die Bedürfnisse des Babys berücksichtigen.

Müde Babys dürfen ausruhen. Mütter haben auch das Recht müde, schlecht gelaunt oder unzufrieden zu sein. Massage ist etwas ganz anderes und gehört nicht zum PEKiP.

Nackt ausgezogen werden die Babys, da sie sich so sehr gerne und heftiger bewegen.

Organisation der Kurse wird bei der Anmeldung und beim ersten Treffen besprochen.

PEKiP, das Prager Eltern Kind Programm ist ein pädagogisches Konzept. Platz braucht ein Baby viel, je mehr es davon hat, desto mehr bewegt es sich auch.

Quälgeister können Babys für Eltern auch werden. Auch dies darf man ohne schlechtes Gewissen aussprechen!

Reflexe bzw. automatische Reaktionen des jungen Säuglings können wir als erste Kommunikationsmöglichkeiten des Kindes ansehen und für Bewegungsanregungen nutzen (z.B. Greifreflex). Wir können beobachten, wie sie im Laufe der Zeit in willkürliche Bewegungen übergehen.

Sitzen sollte das Baby erst, wenn es sich aktiv alleine hinsetzen kann! Dies beugt Haltungsschäden vor und schützt den weichen Rücken.

Tragen sie ihr Baby nicht zu vorsichtig. Sie brauchen ihm keine Rhytmusveränderung oder Gewichtsverlagerung zu ersparen, im Bauch hat es dies alles schon erlebt. Tragetücher sind eine praktische Alternative zum Kinderwagen. Themen jeglicher Art werden gerne in der Gruppe aufgegriffen.

Unbedingt alles mitmachen und ausprobieren muss man im PEKiP nicht. Maßstab ist Dein Baby.

Überforderung ist nicht möglich, wenn Du Dich nach Deinem Kind und nicht nach den anderen richtest.

Vertrauen und Sicherheit werden gebildet, indem wir auf Regungen unseres Babys einfühlsam eingehen.

Wippe ist kein adäquater, ständiger Aufenthaltsort für Dein Baby. Es hemmt seinen Bewegungsdrang und wirkt seiner Entwicklung entgegen.

X und Y Chromosomen, sowie sonstige persönliche Eigenheiten des Babys sollten uns nicht hindern, es anzunehmen, wie es ist.

Ziele im PEKiP sind: Das Kind durch Bewegungs-, Sinnes- und Spielanregungen in seiner Entwicklung zu begleiten. Die Beziehung zwischen Eltern und Kind zu intensivieren.

Den Erfahrungsaustausch und den Kontakt der Eltern untereinander zu fördern. Frühe Kontakte zwischen Gleichaltrigen zu ermöglichen. Zeit lassen! Das Baby kann dann viele Herausforderungen alleine meistern.